ICM
PokerICM (Independent Chip Model) ist ein mathematischer Rahmen zur Bewertung von Turnier-Chips – für präzise Entscheidungen nahe dem Geld und am Final Table.
Das Independent Chip Model (ICM) ist eine mathematische Methode, um Turnier-Chipstacks in ihren realen Geldwert umzurechnen, ausgehend von der Preisstruktur und der Zahl der verbliebenen Spieler. Sein zentraler Gedanke: Turnier-Chips sind kein lineares Geld – wer seinen Stack verdoppelt, verdoppelt nicht sein Geld, weil Überleben und Preissprünge einen eigenen Wert tragen.
Ein Rechenbeispiel: Es sind noch vier Spieler übrig, ausgezahlt werden 50 $, 30 $, 20 $ und nichts, und alle vier haben gleich große Stacks. Aus Symmetriegründen liegt die ICM-Equity jedes Spielers bei etwa 25 $ – der Preispool von 100 $ zu viert geteilt – und nicht bei den 100 $, die eine Winner-takes-all-Lesart nahelegen würde. Von 20 Big Blinds auf 40 zu wachsen verdoppelt deine Equity nicht, weil die drohenden Preissprünge mehr wiegen als die reinen Chips. Genau deshalb verengt ICM deine Call-Ranges nahe der Bubble: Du foldest Hände, die du auf reiner Chip-Basis freudig callen würdest, denn ein Bust kostet dich deine gesamte Preis-Equity – ein Verlust, der teurer ist, als es die Chips allein vermuten lassen.
Am stärksten zählt ICM rund um die Bubble – die letzte Platzierung vor dem Geld – und am Final Table, wo es Push/Fold-Entscheidungen prägt und festlegt, wer auf wen Druck ausüben kann.
Der typische Fehler ist es, an der Bubble reines Chip-EV zu spielen wie in einem Cash Game und knapp vor einer Auszahlung zu busten, weil man eine marginale Kante callt. Siehe auch der Chip Leader, Heads-Up-Spiel, die Bubble, GTO und Equity.
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