Ratgeber
Selbstsperre erklärt: Wie eine Sperre wirklich wirkt
Kurze Antwort
Wie sich nationale Sperrsysteme von einer Sperre beim Anbieter unterscheiden, was sie abdecken und warum eine Frist nicht vorzeitig endet. 18+.
Drei verschiedene Sperren, die oft verwechselt werden
Selbstsperre gibt es auf drei Ebenen, und sie sind nicht austauschbar. Eine Sperre auf Anbieterebene schließt Ihr Konto bei einem Unternehmen. Ein nationales System sperrt alle in dieser Rechtsordnung lizenzierten Anbieter auf einmal. Sperrsoftware auf Ihren eigenen Geräten steht außerhalb von beidem und wird von niemandem aus der Branche betrieben.
Häufig wird das Erste getan und die Wirkung des Zweiten erwartet. Eine Sperre bei einer Seite bewirkt bei einer anderen nichts — die häufigste Lücke bei einer Selbstsperre.
Nationale Sperrdateien
Viele regulierte Märkte führen eine zentrale Sperrdatei, die jeder lizenzierte Anbieter abfragen muss, bevor ein Konto spielen darf. Eine einzige Eintragung deckt den gesamten lizenzierten Markt ab, nicht eine Marke. GAMSTOP im Vereinigten Königreich, CRUKS in den Niederlanden, ROFUS in Dänemark, Spelpaus in Schweden und OASIS in Deutschland sind Beispiele dieses Modells; maßgeblich dafür, welches System wo gilt und wie man sich einträgt, ist die Website der jeweiligen Aufsichtsbehörde.
Was eine solche Datei nicht abdecken kann, ist alles außerhalb ihrer Lizenz. Seiten, die ohne die Lizenz dieser Rechtsordnung arbeiten, sind nicht angebunden, und ein nationales System ist keine technische Sperre des gesamten Internets.
Was eine Sperre tatsächlich bewirkt
- Blockiert neue Registrierungen und Anmeldungen bei erfassten Anbietern.
- Stoppt Werbung — E-Mail, SMS und Push — dieser Anbieter.
- Schließt in der Regel bestehende Konten und zahlt auszahlbares Guthaben aus.
- Gilt für eine bei der Eintragung gewählte feste Mindestdauer.
Sie annulliert keine bereits abgerechneten Wetten, ist kein Erstattungsweg für vergangene Verluste und ersetzt nicht die Prüfung der Bedingungen für Guthaben, das noch an einen Bonus gebunden ist.
Die Frist ist bewusst unumkehrbar
Eine Selbstsperre läuft über eine Mindestdauer — häufig sechs Monate oder länger — und kann nicht vorzeitig aufgehoben werden. Genau das ist ihr Zweck: Eine in Ruhe getroffene Entscheidung soll einen Moment überstehen, in dem sie sich falsch anfühlt. Systeme verkürzen eine Frist nicht auf Wunsch, und ein Anbieter, der eine gesperrte Person vor Fristablauf wieder zulässt, verstößt in der Regel gegen seine Lizenz.
Endet die Frist, öffnen die meisten Systeme nicht einfach alles wieder. Eine Reaktivierung verlangt üblicherweise einen bewussten Schritt von Ihnen plus eine Wartezeit, sodass nichts von selbst weiterläuft.
Auszeit und Time-out sind ein anderes Werkzeug
Ein Time-out oder eine Auszeit ist kurz — oft von einem Tag bis zu einigen Wochen — und wird im Konto angeboten. Sie taugt für eine Pause, nicht für einen Schlussstrich, und ist das richtige Mittel, wenn das Problem eine entglittene Sitzung war und kein Muster.
Einzahlungs- und Verlustlimits sowie Zeithinweise stehen daneben. Eine Senkung des Einzahlungslimits wirkt meist sofort, eine Erhöhung wird vor Inkrafttreten für eine Wartezeit zurückgehalten — eine Asymmetrie, die man kennen sollte, denn ein Limit zu senken ist immer die schnellere Richtung.
Sperrsoftware und Zahlungssperren
Sperrwerkzeuge auf Geräteebene beschränken Glücksspielseiten auf Handy oder Rechner, und manche Banken bieten eine Glücksspielsperre für Karte oder Konto, die solche Zahlungen schon beim Bezahlvorgang ablehnt. Banksperren haben oft eine eigene Wartezeit, bevor sie entfernt werden können — genau das macht sie nützlich.
Diese Ebenen wirken zusammen am besten. Jede einzelne für sich lässt einen Weg offen.
Hilfe ist unabhängig von der Sperre
Eine Selbstsperre ist eine Kontrolle, keine Behandlung, und kostenlose vertrauliche Hilfe existiert unabhängig von jedem Anbieter und jeder Vergleichsseite. In den meisten regulierten Märkten gibt es nationale Hilfetelefone, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, und die Website der Aufsichtsbehörde führt sie meist auf. Hilfe zu suchen setzt keine vorherige Sperre voraus.
Spielen Sie verantwortungsbewusst
Wenn Sie diesen Abschnitt für sich selbst lesen, ist das ernst zu nehmen: Die Frage, ob man sich sperren sollte, wird meist gestellt, wenn sie längst beantwortet ist. Online-Glücksspiel ist Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten, oder dem gesetzlichen Alter Ihrer Rechtsordnung. Setzen Sie Einzahlungs- und Zeitlimits, betrachten Sie Einsätze als ausgegebenes Geld und versuchen Sie nie, einen Verlust durch Weiterspielen zurückzuholen. Wenn Glücksspiel keinen Spaß mehr macht oder Ihre Finanzen oder Beziehungen belastet, gibt es kostenlose und vertrauliche Hilfe bei Organisationen wie BeGambleAware und GamCare.
Bevor Sie danach handeln
Sie müssen das gesetzliche Mindestalter für Glücksspiel an Ihrem Wohnort erreicht haben — in den meisten Märkten 18, in anderen 19 oder 21. Glücksspiel ist Unterhaltung und kein Weg, Geld zu verdienen, und alles hier setzt voraus, dass Sie Geld einsetzen, dessen Verlust Sie sich leisten können. Prüfen Sie zuerst die Regeln in Ihrem eigenen Markt und legen Sie Einzahlungs- und Zeitlimits fest, bevor Sie spielen.
Begriffe in diesem Ratgeber
Definitionen der oben verwendeten Begriffe, damit hier nichts von einem Wort abhängt, das Sie erraten müssen.