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Ratgeber

Buchmacher-Marge und Overround mit Beispielen erklärt

VonCasino Desk·Geprüft vonKris Fawkes··3 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Quoten in Wahrscheinlichkeiten umrechnen, den Overround eines Marktes berechnen und sehen, warum die Marge bei Kombiwetten wächst. 18+.

Woher das Geld des Buchmachers kommt

Ein Buchmacher muss Ergebnisse nicht vorhersagen, um zu verdienen. Er muss lediglich dafür sorgen, dass die Quoten eines Marktes in Summe mehr wert sind als das Ereignis selbst. Diese Lücke ist die Marge — auch Overround oder Vigorish genannt — und sie ist die nützlichste Kennzahl eines jeden Wettmarkts, weil sie auf jede platzierte Wette wirkt, ob gewonnen oder verloren.

Von der Quote zur Wahrscheinlichkeit

Dezimalquoten werden in implizite Wahrscheinlichkeiten umgerechnet, indem man 100 durch die Quote teilt. Eine Quote von 2,00 entspricht 50 Prozent, 4,00 entspricht 25 Prozent und 1,25 entspricht 80 Prozent. Diese Werte sind die Aussage des Marktes über die Chance eines Ausgangs — die Marge steckt bereits darin.

Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes, erhält man den Buchprozentsatz. Ein vollkommen faires Buch ergäbe exakt 100 Prozent. Reale Bücher ergeben mehr.

Den Overround berechnen

Nehmen wir einen Zwei-Wege-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten. Jede Quote impliziert 52,63 Prozent, das Buch summiert sich also auf 105,26 Prozent. Die 5,26 Punkte über 100 sind der Overround: Der Markt verkauft 105,26 Einheiten Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das nur 100 Einheiten hergibt.

Drei-Wege-Fußballmärkte funktionieren genauso. Quoten von 2,30, 3,40 und 3,20 implizieren 43,48, 29,41 und 31,25 Prozent, zusammen 104,14 Prozent. Manche Quellen geben die Marge stattdessen als Anteil am Buch an: 4,14 geteilt durch 104,14, also rund 3,98 Prozent. Beide Konventionen beschreiben denselben Markt — prüfen Sie vor jedem Vergleich, welche eine Quelle verwendet.

Wie eine faire Quote aussähe

Nimmt man die Marge proportional aus dem Zwei-Wege-Beispiel heraus, landen beide Seiten wieder bei 50 Prozent, also bei einer Quote von 2,00. Angeboten werden aber 1,90. Die Differenz ist keine Gebühr, die an der Kasse erhoben wird; sie wird still über den Preis selbst abgezogen, und genau deshalb wird die Marge so leicht übersehen.

Die Marge schwankt stärker als gedacht

Innerhalb eines Anbieters ist die Marge nicht konstant. Sie folgt in der Regel der Tiefe und Liquidität des Marktes:

  • Hauptmärkte großer Wettbewerbe — Spielausgang, zentrale Handicaps, zentrale Über/Unter-Linien — tragen meist die schmalste Marge.
  • Nischenligen, Nebenmärkte und Spielerwetten liegen breiter, weil der Anbieter seiner eigenen Bepreisung weniger vertraut.
  • Märkte mit langen Auswahllisten, etwa Turniersieger, sind typischerweise am breitesten, da jeder zusätzliche Ausgang einen weiteren Anteil hinzufügt.

Denselben Markt bei mehreren lizenzierten Anbietern zu vergleichen, macht das praktisch sichtbar: Der Buchprozentsatz zeigt, was jeder für dasselbe Ereignis verlangt.

Warum Kombiwetten anders liegen

Die Marge greift einmal pro Auswahl, und das Kombinieren multipliziert sie. Fünf Auswahlen aus einem Buch mit 105,26 Prozent ergeben zusammen etwa 1,0526 hoch fünf, also rund 129 Prozent. Die effektive Marge der Kombiwette liegt damit nahe bei 29 Prozent und nicht bei 5,26 Prozent.

Das ist Arithmetik und keine Meinung — und der Grund, warum Mehrfachwetten bei Sportwettenanbietern am stärksten beworben werden.

Was die Marge nicht sagt

Eine niedrige Marge macht eine Wette nicht gut, und kein Quotenvergleich verwandelt einen Markt in eine positive Erwartung. Die Marge beschreibt die Kosten der Teilnahme, nicht die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs. Quoten bewegen sich zudem aus Gründen, die nichts mit Wahrscheinlichkeit zu tun haben, etwa dem bereits auf eine Seite gesetzten Geldvolumen.

Verantwortungsbewusst spielen

Wetten ist Unterhaltung mit eingebauten Kosten und keine Einkommensquelle; die Marge zu verstehen, schafft sie nicht ab. Online-Wetten sind Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten, beziehungsweise dem gesetzlichen Mindestalter Ihrer Rechtsordnung. Wenn Wetten keinen Spaß mehr macht oder Finanzen und Beziehungen belastet, bieten Organisationen wie BeGambleAware und GamCare kostenlose und vertrauliche Hilfe.

Bevor Sie danach handeln

Sie müssen das gesetzliche Mindestalter für Glücksspiel an Ihrem Wohnort erreicht haben — in den meisten Märkten 18, in anderen 19 oder 21. Glücksspiel ist Unterhaltung und kein Weg, Geld zu verdienen, und alles hier setzt voraus, dass Sie Geld einsetzen, dessen Verlust Sie sich leisten können. Prüfen Sie zuerst die Regeln in Ihrem eigenen Markt und legen Sie Einzahlungs- und Zeitlimits fest, bevor Sie spielen.

Begriffe in diesem Ratgeber

Definitionen der oben verwendeten Begriffe, damit hier nichts von einem Wort abhängt, das Sie erraten müssen.

Weiterführendes

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