Ratgeber
Roulette-Quoten und Wettarten mit der echten Mathematik
Kurze Antwort
Wie Auszahlungen, Wahrscheinlichkeiten und Hausvorteil beim Roulette zusammenhängen und warum ein zweites Zéro so viel ausmacht. 18+.
Der Kessel entscheidet alles
Die Roulette-Mathematik beginnt bei der Zahl der Fächer. Ein europäischer Kessel hat 37: die Zahlen 1 bis 36 und eine einzelne Null. Ein amerikanischer hat 38, weil eine Doppelnull hinzukommt. Die Auszahlungen sind auf beiden Kesseln identisch — und genau deshalb wiegt das zusätzliche Fach so schwer.
Auszahlung gegen Wahrscheinlichkeit
Eine Wette auf eine einzelne Zahl zahlt 35 zu 1. Auf einem europäischen Kessel liegt die Trefferchance bei 1 zu 37, eine faire Auszahlung wäre also 36 zu 1. Die fehlende Einheit ist die Marge des Casinos, und sie entspricht 2,70 Prozent jedes Einsatzes an diesem Kessel.
Auf einem amerikanischen Kessel hat dieselbe Wette eine Chance von 1 zu 38 und zahlt weiterhin 35 zu 1, was den Vorteil auf 5,26 Prozent hebt. Zwei optisch gleiche Tische können für dasselbe Spiel also rund doppelt so viel verlangen.
Die Standardwetten und ihre Auszahlungen
- Plein — eine Zahl, zahlt 35 zu 1.
- Cheval — zwei benachbarte Zahlen, zahlt 17 zu 1.
- Transversale — drei Zahlen einer Reihe, zahlt 11 zu 1.
- Carré — vier Zahlen an einem Schnittpunkt, zahlt 8 zu 1.
- Sixain — zwei benachbarte Reihen, zahlt 5 zu 1.
- Dutzende und Kolonnen — zwölf Zahlen, zahlen 2 zu 1.
- Einfache Chancen — Rot oder Schwarz, Gerade oder Ungerade, Hoch oder Niedrig, zahlen 1 zu 1.
Auf einem europäischen Kessel tragen all diese Wetten denselben Vorteil von 2,70 Prozent. Mehr Zahlen abzudecken kauft eine höhere Trefferquote und eine kleinere Auszahlung, aber keinen besseren Preis.
Einfache Chancen sind kein Münzwurf
Rot und Schwarz sehen nach 50 zu 50 aus, doch die Null gehört keiner der beiden Seiten. Auf einem europäischen Kessel gewinnt eine Wette auf Rot 18 von 37 Mal, das sind 48,65 Prozent und nicht 50. Diese Lücke ist das gesamte Geschäftsmodell, wiederholt bei jedem Wurf.
Wo der Vorteil wirklich sinkt
Manche Tische mit einer Null, meist als French Roulette bezeichnet, wenden bei einfachen Chancen die Regel La Partage oder En Prison an, wenn die Null fällt. Bei La Partage wird der halbe Einsatz zurückgegeben, bei En Prison bleibt er für den nächsten Wurf stehen. Beide Regeln halbieren den Vorteil auf genau diesen Wetten auf etwa 1,35 Prozent. Sie gelten nur für einfache Chancen und nur, wenn die Tischregeln es sagen — weshalb sich das Regelfenster vor dem ersten Jeton lohnt.
Systeme und der gedächtnislose Kessel
Muster auf Basis vergangener Ergebnisse — einer Rot-Serie folgen, nach Verlust verdoppeln, auf eine überfällige Zahl warten — beruhen alle auf demselben Irrtum. Jeder Wurf ist unabhängig, der Kessel hat kein Gedächtnis, und der Vorteil greift bei jeder Wette gleich, unabhängig davon, was zuvor kam. Progressionen verändern die Form von Gewinnen und Verlusten, nicht deren Erwartungswert.
Live- und RNG-Varianten
Online-Roulette gibt es als RNG-Spiel und als Live-Tisch mit echtem Kessel. Die obige Mathematik ist in beiden Fällen dieselbe. Spielshow-Varianten legen zusätzliche Multiplikatoren über den Standardkessel, was die Gewinntabelle verändert; die konkreten Regeln und Auszahlungen dieser Version müssen deshalb im eigenen Informationsfenster gelesen und nicht unterstellt werden. In der Praxis genügen vor dem Platznehmen drei Prüfungen: ob der Kessel eine oder zwei Nullen hat, ob auf einfache Chancen La Partage oder En Prison angewendet wird, und ob Mindest- und Höchsteinsatz des Tisches zum eigenen Budget passen.
Verantwortungsbewusst spielen
Roulette ist Unterhaltung mit festen, veröffentlichten Kosten je Wurf. Online-Spiel ist Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten, beziehungsweise dem gesetzlichen Mindestalter Ihrer Rechtsordnung. Setzen Sie vorab Limits, betrachten Sie Verluste als ausgegeben und jagen Sie ihnen nicht hinterher. Wenn das Spiel keine Freude mehr macht, bieten Organisationen wie BeGambleAware und GamCare kostenlose und vertrauliche Hilfe.
Bevor Sie danach handeln
Sie müssen das gesetzliche Mindestalter für Glücksspiel an Ihrem Wohnort erreicht haben — in den meisten Märkten 18, in anderen 19 oder 21. Glücksspiel ist Unterhaltung und kein Weg, Geld zu verdienen, und alles hier setzt voraus, dass Sie Geld einsetzen, dessen Verlust Sie sich leisten können. Prüfen Sie zuerst die Regeln in Ihrem eigenen Markt und legen Sie Einzahlungs- und Zeitlimits fest, bevor Sie spielen.
Begriffe in diesem Ratgeber
Definitionen der oben verwendeten Begriffe, damit hier nichts von einem Wort abhängt, das Sie erraten müssen.